Parodontitis: Die unterschätzte Volkskrankheit – erkennen, behandeln, stoppen

Parodontitis ist neben Karies die häufigste Erkrankung der Mundhöhle: Die Deutschen Mundgesundheitsstudien zeigen seit Jahren, dass ein großer Teil der Erwachsenen in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Entzündung des Zahnhalteapparats leidet – viele, ohne es zu bemerken. Denn Parodontitis tut lange Zeit nicht weh. Unbehandelt ist sie bei Erwachsenen jedoch eine der Hauptursachen für Zahnverlust.

Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

  • Zahnfleischbluten beim Putzen oder Essen
  • Gerötetes, geschwollenes oder zurückgehendes Zahnfleisch
  • Freiliegende, empfindliche Zahnhälse
  • Anhaltender Mundgeruch
  • Lockere Zähne oder ein veränderter Biss

Schon eines dieser Anzeichen ist ein guter Grund für eine parodontologische Untersuchung. Mit dem Parodontalen Screening-Index (PSI), der regelmäßig von der Krankenkasse übernommen wird, lässt sich das Risiko in wenigen Minuten einschätzen.

Mehr als ein Zahnproblem: die Verbindung zum ganzen Körper

Die parodontologische Forschung – zusammengefasst u. a. in den Konsensuspapieren der europäischen Fachgesellschaft EFP – zeigt enge Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine erfolgreiche Parodontitis-Behandlung verbessert nachweislich auch Blutzuckerwerte bei Diabetikern. Zahnfleischgesundheit ist damit ein Stück Gesamtgesundheit.

So läuft die moderne Behandlung ab

Die Therapie folgt heute einem klaren, wissenschaftlich abgesicherten Stufenkonzept nach der aktuellen S3-Leitlinie der Fachgesellschaften (DG PARO/DGZMK) – seit 2021 ist diese systematische Behandlungsstrecke auch Bestandteil der gesetzlichen Versorgung:

  1. Hygienephase: Professionelle Reinigung, Anleitung zur optimalen häuslichen Mundhygiene, Ausschalten von Risikofaktoren wie Rauchen.
  2. Aktive Therapie: Schonende Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen unterhalb des Zahnfleischrandes (antiinfektiöse Therapie), bei Bedarf ergänzt durch chirurgische oder regenerative Maßnahmen.
  3. Unterstützende Parodontitistherapie (UPT): Die strukturierte Nachsorge in individuell festgelegten Abständen – sie ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg, denn Parodontitis ist eine chronische Erkrankung.

Parodontologie auf Master-Niveau in Simbach am Inn

Die Parodontologie ist ein Schwerpunkt unserer Praxis: Dr. Dominik Brunnhuber hat den postgradualen Master of Science absolviert und behandelt nach den aktuellen Konzepten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO). Von der Diagnostik über die systematische Therapie bis zur lebenslangen Prophylaxe erhalten Sie alles aus einer Hand.

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